Arabisch im Beruf in 5 Arbeitsfeldern
Arabisch ist Amtssprache in mehr als 20 Staaten zwischen Marokko und Oman und seit 1973 eine der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen. Im deutschsprachigen Raum leben außerdem viele Menschen mit arabischer Muttersprache, darunter eine große Gruppe aus Syrien. Daraus ergeben sich fünf Arbeitsfelder, in denen Arabischkenntnisse gefragt sind.
| Arbeitsfeld | Typische Arbeitgeber | Gebrauchte Sprachform |
|---|---|---|
| Sozialarbeit, Schule, Pflege, Medizin | Träger, Schulen, Kliniken, Behörden | Dialekt der Klienten, oft Levantinisch |
| Dolmetschen und Übersetzen | Gerichte, Behörden, Agenturen | Hocharabisch und Dialekte |
| Diplomatie und Entwicklungszusammenarbeit | Ministerien, internationale Organisationen, Hilfswerke | Hocharabisch, dazu ein Dialekt des Einsatzlands |
| Journalismus und Medienanalyse | Redaktionen, Forschungsinstitute | vor allem Hocharabisch |
| Handel und Energie mit der Golfregion | Unternehmen, Kammern, Beratungen | Hocharabisch und Golfdialekt |
In den Golfstaaten nutzen viele Unternehmen Englisch als Geschäftssprache. Arabisch bleibt dort aber die Sprache von Verwaltung, Recht und Alltag außerhalb internationaler Büros. Wer mit Behörden oder lokalen Partnern arbeitet, kommt mit Arabisch deshalb weiter als mit Englisch allein.
Hocharabisch oder Dialekt je nach Arbeitsfeld
Arabisch besteht aus zwei Ebenen. Das Moderne Hocharabisch ist die gemeinsame Schriftsprache aller arabischen Länder, die Dialekte sind die gesprochenen Umgangssprachen der Regionen. Im Beruf entscheidet diese Trennung darüber, welchen Kurs Sie brauchen.
Schriftliche Arbeit läuft fast immer auf Hocharabisch. Dazu gehören Verträge, Briefe an Behörden, Pressemitteilungen, Berichte und Übersetzungen. Gespräche mit Klienten, Patienten und Eltern laufen dagegen im Dialekt. Eine Sozialarbeiterin, die mit Familien aus Syrien arbeitet, braucht Levantinisch. Ein Ingenieur auf einer Baustelle in Saudi-Arabien braucht einen Golfdialekt, und eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation in Marokko braucht Darija.
Fragen Sie vor der Kursbuchung Ihren Arbeitgeber oder Ihr Team, ob Sie vor allem lesen und schreiben oder vor allem sprechen werden. Daraus folgt, ob Ihr Berufskurs Hocharabisch, einen bestimmten Dialekt oder beides unterrichten muss.
Dolmetscherinnen und Übersetzer brauchen beide Ebenen. Sie übertragen schriftliche Texte im Hocharabisch und verstehen im Gespräch den Dialekt ihres Gegenübers. Für diese Berufe reicht ein allgemeiner Kurs nicht, sie brauchen Fachsprache und viel Hörtraining mit verschiedenen Dialekten.
Business-Arabisch und Fachsprache für Ihren Beruf
Ein Business-Sprachkurs trainiert die Kommunikation im Job, also E-Mails, Telefonate, Besprechungen und Verhandlungen. Ein Fachsprachkurs trainiert den Wortschatz und die Textsorten eines einzelnen Berufs. Beide Kursarten setzen für Arabisch meist die Stufe B1 voraus.
Business-Arabisch
Ein Kurs in Business-Arabisch übt Korrespondenz, Verhandlungen und Höflichkeitsformeln. Höflichkeitsformeln haben im Arabischen viel Gewicht. Auf den Gruß as-salamu alaykum folgt die feste Antwort wa alaykum as-salam, und Gespräche beginnen meist mit Fragen nach dem Befinden. Dazu kommt eine grammatische Besonderheit, denn das Arabische unterscheidet beim Du zwischen Mann und Frau. Anta sagen Sie zu einem Mann, anti zu einer Frau, und in Verhandlungen fällt ein Fehler dabei sofort auf.
Fachsprache
Fachsprachkurse gibt es für Arabisch vor allem für Dolmetschen, Medizin und Sozialarbeit. Sie üben typische Gespräche, etwa ein Aufnahmegespräch in einer Klinik oder eine Beratung beim Jugendamt, und den Fachwortschatz dazu.
- ✓Business-Arabisch passt zu Handel, Diplomatie und Projektarbeit.
- ✓Fachsprache bereitet gezielt auf die Gespräche eines Berufs vor.
- ✗Business-Kurse unterrichten meist Hocharabisch und decken Gespräche im Dialekt kaum ab.
- ✗Fachsprachkurse für Arabisch sind selten und oft nur als Einzelunterricht zu finden.
GER-Stufen, die Arbeitgeber für Arabisch erwarten
Welche Stufe Sie brauchen, hängt von Ihren Aufgaben ab. Die Stufen stammen aus dem GER, dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen mit sechs Stufen von A1 bis C2. Die Werte in der Tabelle sind Richtwerte aus den Kann-Beschreibungen des GER, den verbindlichen Wert legt Ihr Arbeitgeber fest.
| Aufgabe im Beruf | Übliche Mindeststufe | Sprachform |
|---|---|---|
| Einfache Gespräche mit Klienten führen | A2 bis B1 | Dialekt |
| Standardanfragen per E-Mail beantworten | B1 | Hocharabisch |
| An Besprechungen teilnehmen | B2 | je nach Partner |
| Verhandeln und Präsentationen halten | B2 bis C1 | Hocharabisch, oft mit Dialekt |
| Fachtexte übersetzen oder dolmetschen | C1 | beide Ebenen |
Arabisch braucht laut Foreign Service Institute (FSI), der Sprachschule des US-Außenministeriums, rund 2.200 Unterrichtsstunden bis zum Berufsniveau. Wer berufsbegleitend lernt, erreicht B2 oder C1 deshalb erst nach mehreren Jahren. Planen Sie Zwischenziele, etwa B1 im Dialekt für die ersten Gespräche mit Klienten.
Für Dialekte gibt es kaum anerkannte Zertifikate. Viele Arbeitgeber prüfen das gesprochene Arabisch deshalb in einem Gespräch während der Bewerbung. Bewahren Sie Kursbescheinigungen mit Angabe der Stufe und des Dialekts auf.
CIMA und telc als Nachweis im Beruf
Für Arabisch gibt es weniger standardisierte Prüfungen als für Englisch. Zwei Zertifikate orientieren sich am GER, der europäischen Skala von A1 bis C2.
1 CIMA
Das CIMA (Certificat international de maîtrise en langue arabe) des Institut du monde arabe in Paris prüft Modernes Hocharabisch und ordnet das Ergebnis einer Stufe von A1 bis C2 zu. Das Institut nennt es ausdrücklich als Nachweis für Arbeitgeber. Es ist vom europäischen Prüferverband ALTE anerkannt und seit 2021 im französischen Verzeichnis France Compétences eingetragen. Die Prüfung findet zweimal im Jahr statt, im Frühjahr und im Herbst, an fast 100 Prüfungszentren weltweit.
2 telc Arabisch B1
Die telc gGmbH, eine gemeinnützige Tochter des Deutschen Volkshochschul-Verbands, prüft Arabisch auf Stufe B1. B1 ist die dritte von sechs GER-Stufen und steht für sicheres Zurechtkommen im Alltag.
Beide Zertifikate prüfen Hocharabisch oder allgemeine Sprachkenntnisse, keinen bestimmten Dialekt. Wer im Beruf vor allem Dialekt spricht, ergänzt das Zertifikat durch eine Kursbescheinigung über den Dialektkurs.
6 Inhalte eines Online-Berufskurses Arabisch
Ein Berufskurs beginnt mit einer Bedarfsanalyse. Eine Bedarfsanalyse ist ein Gespräch oder Fragebogen zu Ihren Aufgaben, Gesprächspartnern und Problemen. Danach übt der Kurs sechs Bereiche in der Gewichtung, die Ihr Beruf verlangt.
- Briefe und E-Mails auf Hocharabisch mit festen Anreden und Schlussformeln
- Telefonate und Terminabsprachen im Dialekt Ihrer Gesprächspartner
- Höflichkeitsformeln, Begrüßung und die männliche und weibliche Anrede
- Fachwortschatz Ihres Berufs, nach Wurzeln geordnet
- Hörtraining mit Aufnahmen aus verschiedenen Regionen
- Rollenspiele für Beratung, Verhandlung oder Dolmetschen
Online funktionieren diese Inhalte gut im Einzelunterricht, weil die Lehrkraft mit Ihren eigenen Texten arbeitet. In Deutschland können Arbeitnehmer in den meisten Bundesländern Bildungsurlaub für Sprachkurse nehmen, ob ein Online-Kurs anerkannt ist, regelt jedes Land selbst.
Häufige Fragen über Online-Arabischkurse für den Beruf
Welche Form des Arabischen brauchen Fachkräfte in Sozialarbeit und Pflege?
Fachkräfte in Sozialarbeit und Pflege brauchen vor allem den arabischen Dialekt ihrer Klienten. Im deutschsprachigen Raum ist das oft Levantinisch, weil viele Zugewanderte aus Syrien kommen. Hocharabisch hilft beim Lesen von Dokumenten.
Ab welcher Stufe passt ein Kurs in Business-Arabisch?
Ein Kurs in Business-Arabisch passt meist ab der Stufe B1, der dritten von sechs Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Darunter fehlt das Fundament für Korrespondenz und Verhandlungen. Ein Allgemeinkurs bringt Sie dann schneller voran.
Welches Zertifikat belegt Arabischkenntnisse für den Beruf?
Arabischkenntnisse für den Beruf belegen Sie vor allem mit dem CIMA des Institut du monde arabe, das Hocharabisch von A1 bis C2 prüft. Daneben bietet telc eine Arabischprüfung auf Stufe B1 an. Für Dialekte gibt es kaum anerkannte Zertifikate.
Reicht Englisch für die Arbeit in den Golfstaaten, oder braucht man Arabisch?
Englisch reicht in den Golfstaaten für viele Aufgaben in internationalen Unternehmen, Arabisch bleibt aber die Sprache von Verwaltung, Recht und Alltag außerhalb internationaler Büros. Wer mit Behörden oder lokalen Partnern arbeitet, braucht deshalb Arabisch.
Wie prüfen Arbeitgeber gesprochenes Arabisch im Dialekt?
Gesprochenes Arabisch im Dialekt prüfen Arbeitgeber meist in einem Gespräch während der Bewerbung, weil es dafür kaum anerkannte Zertifikate gibt. Kursbescheinigungen mit Angabe von Stufe und Dialekt ergänzen diesen Eindruck. Das CIMA prüft nur Hocharabisch.
Was übt ein Online-Kurs in Business-Arabisch?
Ein Online-Kurs in Business-Arabisch übt Korrespondenz auf Hocharabisch, Telefonate, Verhandlungen und Höflichkeitsformeln. Dazu gehört die Anrede, die im Arabischen zwischen Mann und Frau unterscheidet. Eine Bedarfsanalyse zu Beginn legt fest, welche Situationen der Kurs besonders übt.
Quellen
Die Angaben stützen sich auf diese Stellen. Prüfen Sie Gebühren und Termine vor der Anmeldung direkt beim Anbieter.