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Arabisch in mehr als 20 Staaten und bei den Vereinten Nationen

Arabisch ist Amtssprache in mehr als 20 Staaten zwischen Marokko und Oman. Nach Angaben der UNESCO verwenden es mehr als 400 Millionen Menschen täglich. Seit 1973 ist Arabisch eine der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen, und am 18. Dezember feiert die UNESCO den Welttag der arabischen Sprache. Als Sprache des Korans hat Arabisch außerdem für Muslime weltweit eine religiöse Bedeutung, auch wenn ihre Muttersprache eine andere ist.

Im deutschsprachigen Raum leben viele Menschen mit arabischer Muttersprache, darunter eine große Gruppe aus Syrien. Arabischkenntnisse helfen deshalb in Sozialarbeit, Schule, Pflege, Medizin und Verwaltung. Wer in diesen Berufen arbeitet, braucht vor allem den gesprochenen Dialekt seiner Klienten und weniger das Hocharabisch der Zeitungen.

Erwachsene beginnen einen Online-Arabischkurs meist aus einem von fünf Gründen.

  • Sie arbeiten mit arabischsprachigen Menschen in Beratung, Bildung oder Gesundheit.
  • Sie studieren Arabistik, Islamwissenschaft, Nahoststudien oder Politikwissenschaft.
  • Sie arbeiten in Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, Journalismus oder Handel mit der Golfregion.
  • Sie wollen den Koran und religiöse Texte im Original lesen.
  • Sie haben Familie oder Freunde in einem arabischsprachigen Land.
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Welche Form des Arabischen sollten Sie zuerst lernen?

Arabisch besteht im Alltag aus zwei Ebenen. Die Sprachwissenschaft nennt das Diglossie, also das Nebeneinander einer Hochsprache und gesprochener Umgangssprachen.

1 Modernes Hocharabisch

Modernes Hocharabisch (auf Arabisch al-fusha) ist die gemeinsame Schriftsprache aller arabischen Länder. Zeitungen, Bücher, Nachrichten, Gesetze, Reden und Untertitel verwenden es. Kaum jemand spricht es als Muttersprache, und im Alltag klingt es so förmlich wie eine Nachrichtensendung. Das klassische Arabisch des Korans und der älteren Literatur ist seine Vorstufe.

2 Die gesprochenen Dialekte

Zu Hause, auf der Straße und in vielen Fernsehserien sprechen die Menschen ihren Dialekt (auf Arabisch ammiya oder in Nordafrika darija). Die Dialekte unterscheiden sich in Aussprache, Wortschatz und Grammatik deutlich vom Hocharabisch und voneinander.

VarianteWo gesprochen'Wie geht es dir?' (zu einem Mann)'jetzt'
HocharabischSchrift, Medien, Redenkayfa halukaal-an
ÄgyptischÄgyptenizzayyakdilwa'ti
LevantinischSyrien, Libanon, Jordanien, Palästinakifakhalla'
Golf und IrakSaudi-Arabien, Golfstaaten, Irakshlonakal-hin
MaghrebinischMarokko, Algerien, Tunesienki dayrdaba

Ägyptisch und Levantinisch verstehen viele Araber, weil Filme, Serien und Musik aus diesen Regionen weit verbreitet sind. Maghrebinische Dialekte sind für Sprecher aus dem Osten am schwersten zu verstehen.

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Wählen Sie nach Ihrem Ziel. Für Lesen, Studium, Übersetzen und Nachrichten brauchen Sie Hocharabisch. Für Gespräche mit Nachbarn, Klienten oder Familie brauchen Sie den Dialekt dieser Menschen. Viele Lernende beginnen mit Hocharabisch und nehmen ab A2 oder B1 einen Dialekt hinzu, andere Kurse unterrichten beides von Anfang an parallel.

Im deutschsprachigen Raum ist Levantinisch für viele Berufe die naheliegende Wahl, weil viele Zugewanderte aus Syrien kommen. Wer in Marokko arbeitet oder Familie dort hat, lernt Darija, wer am Golf arbeitet, einen Golfdialekt.

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Arabisch braucht laut FSI rund 2.200 Unterrichtsstunden

Das Foreign Service Institute (FSI), die Sprachschule des US-Außenministeriums, ordnet Arabisch in seine höchste Kategorie IV ein. Für diese Sprachen rechnet das FSI mit 88 Wochen oder rund 2.200 Unterrichtsstunden, bis Lernende im Sprechen und Hören ein berufstaugliches Niveau erreichen. Eine FSI-Woche umfasst 23 Stunden Unterricht und 17 Stunden Selbststudium. Die Werte gelten für englische Muttersprachler in Vollzeit, und für deutschsprachige Lernende liegt der Aufwand in einer ähnlichen Größenordnung.

IV
FSI-Kategorie
ca. 2.200
Unterrichtsstunden
88
Wochen in Vollzeit
28
Buchstaben

Arabisch braucht damit doppelt so viel Zeit wie Russisch und etwa dreimal so viel wie Spanisch. Wer neben dem Beruf zehn Stunden pro Woche lernt, kommt auf rund 500 Stunden im Jahr. Bis zum Berufsniveau des FSI vergehen so mehrere Jahre, deshalb helfen Zwischenziele wie ein A2-Zertifikat nach dem ersten Jahr.

Die Niveaus beschreibt der GER, der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen. Er teilt Sprachkenntnisse in sechs Stufen von A1 (Einstieg) bis C2 (nahezu muttersprachlich).

GER-StufeWas Sie auf Arabisch können
A1Alle Buchstaben lesen, sich vorstellen, Zahlen und Preise verstehen
A2Einfache Gespräche über Familie, Arbeit und Einkauf führen
B1Kurze Nachrichten verstehen und über Erfahrungen berichten
B2Zeitungsartikel lesen und an Diskussionen teilnehmen
C1Fachtexte, Reden und Debatten sicher verstehen
C2Arabisch auf nahezu muttersprachlichem Niveau verwenden

Der Aufwand verteilt sich ungleich. Die Schrift kostet am Anfang Zeit, danach bremst vor allem der Wortschatz, weil arabische Wörter kaum Ähnlichkeit mit europäischen haben.

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Arabische Schrift und Laute in den ersten Wochen

Das arabische Alphabet hat 28 Buchstaben und läuft von rechts nach links. Die meisten Anfängerkurse widmen ihm die ersten Wochen. Vier Eigenschaften machen die Schrift ungewohnt.

1 Verbundene Buchstaben

Arabisch schreibt man fast immer verbunden, auch im Druck. Ein Buchstabe hat deshalb bis zu vier Formen, je nachdem ob er allein, am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes steht. Sechs Buchstaben verbinden sich nicht mit dem nächsten Buchstaben, darunter alif und waw.

2 Kurze Vokale fehlen

Die Schrift zeigt nur Konsonanten und lange Vokale. Kurze Vokale stehen als kleine Zeichen über oder unter den Buchstaben, sie heißen harakat. Diese Zeichen finden Sie im Koran, in Kinderbüchern und in Lehrbüchern für Anfänger. Zeitungen und Bücher lassen sie weg, und Leser ergänzen sie aus Wortschatz und Grammatik.

3 Neue Laute

Arabisch hat Laute, die es im Deutschen nicht gibt. Das ayn ist ein gepresster Laut tief in der Kehle, das ha ein stark gehauchtes h. Vier sogenannte emphatische Konsonanten färben die benachbarten Vokale dunkel. Das kha klingt wie das ch in 'Bach' und fällt Deutschsprachigen leicht.

4 Zwei Arten von Ziffern

Im Osten der arabischen Welt, etwa in Ägypten und am Golf, sind die ostarabischen Ziffern verbreitet, im Maghreb die Ziffern 0 bis 9, die auch Europa verwendet. Zahlen schreibt man in beiden Fällen von links nach rechts.

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Manche Kurse für Anfänger arbeiten wochenlang mit lateinischer Umschrift. Das spart am Anfang Zeit, verschiebt aber das Lesenlernen nach hinten. Wer Hocharabisch lernen will, sollte die Schrift von der ersten Woche an üben.

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Wurzeln, Verbstämme und Dual in der arabischen Grammatik

Die arabische Grammatik folgt einem eigenen System. Wer seine Logik verstanden hat, kann viele unbekannte Wörter erschließen.

1 Das Wurzelsystem

Die meisten arabischen Wörter bauen auf einer Wurzel aus drei Konsonanten auf. Die Wurzel k-t-b steht für schreiben. Aus ihr entstehen kataba (er schrieb), kitab (Buch), kutub (Bücher), katib (Schreiber), maktab (Büro) und maktaba (Bibliothek). Vokale und Vorsilben legen die Bedeutung innerhalb des Wortfelds fest.

2 Die Verbstämme

Aus einer Wurzel bildet das Arabische bis zu zehn gebräuchliche Verbstämme mit verwandter Bedeutung. Lehrbücher nummerieren sie meist mit römischen Ziffern von I bis X. Wer die Muster kennt, erkennt zum Beispiel, dass ein Stamm eine Handlung verstärkt und ein anderer sie gegenseitig macht.

3 Gebrochene Plurale und Dual

Viele Nomen bilden den Plural durch eine Änderung im Wortinneren, so wird aus kitab (Buch) kutub (Bücher). Diese Formen muss man einzeln lernen. Für genau zwei Dinge hat Hocharabisch eine eigene Form, den Dual.

4 Geschlecht auch beim Du

Verben und Pronomen unterscheiden in der zweiten Person zwischen männlich und weiblich. Anta heißt du zu einem Mann, anti du zu einer Frau. Für Plurale von Dingen gelten eigene Regeln, sie stehen grammatisch oft in der weiblichen Einzahl.

👍 Vorteile
  • ✓Das Wurzelsystem macht den Wortschatz durchschaubar, sobald Sie die Muster kennen.
  • ✓Die Schreibung ist regelmäßiger als im Englischen oder Französischen.
  • ✓Deutschsprachige sprechen das kha und das gerollte r ohne Mühe.
👎 Nachteile
  • ✗Die Dialekte weichen in Grammatik und Wortschatz stark vom Hocharabisch ab.
  • ✗Gebrochene Plurale und Kehllaute brauchen viel Übung.
  • ✗Fast kein Grundwortschatz ähnelt deutschen Wörtern.
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8 Arten von Online-Arabischkursen im Vergleich

Online-Arabischkurse unterscheiden sich zuerst nach der Sprachform und dann nach dem Ziel. Acht Kursarten sind verbreitet.

KursartFür wenTypischer Inhalt
Hocharabisch allgemeinEinsteiger und FortgeschritteneSchrift, Grammatik, Lesen, Hören
DialektkursLernende mit Kontakt zu ArabernÄgyptisch, Levantinisch, Golf, Darija
KonversationLernende ab A2Sprechen über Alltag und Aktuelles
Business-ArabischBerufstätige ab B1Korrespondenz, Verhandlung, Höflichkeitsformen
FachspracheDolmetscher, Medizin, SozialarbeitFachwortschatz und typische Gespräche
Klassisches und KoranarabischReligiös oder wissenschaftlich InteressierteKoranlesung, klassische Grammatik
PrüfungsvorbereitungPrüflingePrüfungsformat, Probetests
KI-Kurse und AppsSelbstlernerSchrift, Wortschatz, Aussprache

Jede Kursart gibt es als Live-Gruppenkurs per Videokonferenz, als Einzelunterricht, als Fernkurs mit Tutor oder als App. Apps mit künstlicher Intelligenz eignen sich gut für das Alphabet und den Wortschatz. Ihre Spracherkennung prüft Kehllaute und emphatische Konsonanten, scheitert aber oft an Dialekten. Für Gesprächsübung im Dialekt bleibt eine Lehrkraft aus der jeweiligen Region die beste Quelle.

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Kinder aus arabischsprachigen Familien sprechen oft den Dialekt der Eltern und lesen kaum. Für sie gibt es Kurse für Herkunftssprecher, die Lesen, Schreiben und Hocharabisch vermitteln. Herkunftssprecher sind Menschen, die eine Sprache in der Familie gelernt haben und nie im Unterricht.

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CIMA und telc als Zertifikate für Arabisch

Für Arabisch gibt es weniger standardisierte Prüfungen als für Englisch oder Französisch. Zwei Zertifikate orientieren sich am GER, dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen mit sechs Stufen von A1 bis C2.

PrüfungStufenAnbieterSprachform
CIMAA1 bis C2Institut du monde arabe, ParisModernes Hocharabisch
telc Arabisch B1B1telc gGmbH, Frankfurt am MainAllgemeine Sprachkenntnisse

1 CIMA

Das CIMA (Certificat international de maîtrise en langue arabe) hat das Institut du monde arabe in Paris zusammen mit France Éducation international entwickelt. Es prüft Modernes Hocharabisch und ordnet das Ergebnis einer Stufe von A1 bis C2 zu. Die Prüfung dauert etwa drei Stunden und 15 Minuten. Sie besteht aus Hörverstehen (60 Minuten), Leseverstehen (50 Minuten), schriftlichem Ausdruck (60 Minuten) und mündlichem Ausdruck (11 Minuten). Teilnehmen dürfen Personen ab 15 Jahren. Das Institut nennt fast 100 anerkannte Prüfungszentren weltweit, die Gebühr legt jedes Zentrum selbst fest.

2 telc Arabisch B1

Die telc gGmbH, eine gemeinnützige Tochter des Deutschen Volkshochschul-Verbands, bietet eine Arabischprüfung auf Stufe B1 an. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil mit Lesen, Sprachbausteinen, Hören und Schreiben sowie einer mündlichen Prüfung.

3 Hochschulen und Dialekte

Universitäten mit Arabistik prüfen meist mit eigenen Klausuren. Für die Dialekte gibt es kaum anerkannte Zertifikate. Dort zählen Kursbescheinigungen und ein Gespräch beim Arbeitgeber.

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Beide Zertifikate legen Sie vor Ort in einem Prüfungszentrum ab. Online finden Vorbereitungskurse und Probetests statt. Wer Arabisch beruflich nachweisen will, fragt beim Arbeitgeber vorher, welche Form des Arabischen und welcher Nachweis gefragt sind.

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Was ein Online-Arabischkurs kostet

Ein Online-Arabischkurs kostet je nach Format zwischen null und etwa 40 Euro pro Stunde. Die Spannen sind Richtwerte aus typischen Angeboten im Jahr 2026 und keine Erhebung.

FormatPreis (ca.)Passt zu
Sprach-App mit Abo0 bis 15 Euro im MonatAlphabet, Wortschatz
Online-Gruppenkurs8 bis 20 Euro pro StundeHocharabisch von A1 bis B2
Einzelunterricht10 bis 40 Euro pro StundeDialekt, Konversation, Fachsprache
Intensiv- oder Prüfungskurs300 bis 900 Euro pro KursCIMA, Studienvorbereitung

Zwei Stunden Einzelunterricht pro Woche zu je 20 Euro kosten im Jahr bei 40 Unterrichtswochen 1.600 Euro. Bei über 2.000 Unterrichtsstunden bis zum Berufsniveau spart eine Kombination Geld. Gruppenkurse decken die Grammatik ab, Einzelstunden das Sprechen.

Auf Lernplattformen unterrichten viele Lehrkräfte aus arabischsprachigen Ländern, die Preise unterscheiden sich stark. Volkshochschulen und Sprachenzentren von Hochschulen bieten Hocharabisch oft online oder als Mischform an. In den meisten deutschen Bundesländern können Arbeitnehmer Bildungsurlaub für Sprachkurse nehmen, ob ein Online-Kurs anerkannt ist, regelt jedes Land selbst.

⚠️
  • Muttersprachler ohne Ausbildung erklären Grammatik oft nur im Dialekt ihrer Region.
  • Kurse, die Dialekt und Hocharabisch ohne Plan mischen, verwirren Anfänger.
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8 Fragen vor der Buchung eines Arabischkurses

Beim Arabischen entscheidet die Sprachform über den Nutzen eines Kurses. Diese acht Fragen klären sie und die übrigen Punkte vor der Buchung.

  1. Welche Sprachform unterrichtet der Kurs, Hocharabisch, einen bestimmten Dialekt oder beides?
  2. Arbeitet der Kurs von Anfang an mit arabischer Schrift oder mit lateinischer Umschrift?
  3. Hat die Lehrkraft eine Ausbildung für Arabisch als Fremdsprache?
  4. Stuft der Anbieter Ihr Niveau nach dem GER ein, dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen mit den Stufen A1 bis C2?
  5. Welches Lehrwerk nutzt der Kurs, und setzt es die Vokalzeichen (harakat) für Anfänger?
  6. Wie viel Sprechzeit bleibt Ihnen pro Stunde?
  7. Bereitet der Kurs auf ein Zertifikat wie CIMA oder telc vor?
  8. Welche Kündigungsfristen gelten, und verfallen bezahlte Stunden?
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Nutzen Sie eine Probestunde, um die Sprachform zu prüfen. Fragen Sie die Lehrkraft, wie sie einen Satz im Hocharabisch und im Dialekt sagen würde, und achten Sie darauf, ob sie den Unterschied klar erklärt.

Häufige Fragen über Online-Arabischkurse

Soll ich zuerst Hocharabisch oder einen arabischen Dialekt lernen?

Hocharabisch passt zuerst, wenn Sie lesen, studieren, übersetzen oder Nachrichten verstehen wollen. Ein arabischer Dialekt passt zuerst, wenn Sie vor allem mit Menschen sprechen wollen, etwa in Beruf, Familie oder Nachbarschaft. Viele Lernende beginnen mit Hocharabisch und nehmen ab A2 oder B1 einen Dialekt hinzu.

Welcher arabische Dialekt wird am weitesten verstanden?

Ägyptisches und levantinisches Arabisch verstehen viele Menschen in der arabischen Welt, weil Filme, Serien und Musik aus Ägypten und der Levante weit verbreitet sind. Maghrebinische Dialekte aus Marokko, Algerien und Tunesien verstehen Sprecher aus dem Osten am schwersten. Für Gespräche mit Zugewanderten aus Syrien eignet sich Levantinisch.

Wie lange dauert es, Arabisch bis zum Berufsniveau zu lernen?

Arabisch braucht laut Foreign Service Institute (FSI), der Sprachschule des US-Außenministeriums, rund 88 Wochen Vollzeitunterricht oder etwa 2.200 Unterrichtsstunden bis zum Berufsniveau. Das ist der höchste Wert aller FSI-Kategorien. Berufsbegleitend dauert der Weg mehrere Jahre.

Wie lange dauert es, die arabische Schrift lesen zu lernen?

Die arabische Schrift behandeln die meisten Anfängerkurse in den ersten Wochen. Danach können Lernende Texte mit Vokalzeichen langsam lesen. Texte ohne Vokalzeichen, wie in Zeitungen, lesen Sie erst flüssig, wenn Wortschatz und Grammatik wachsen.

Welches Zertifikat gibt es für Arabisch als Fremdsprache?

Das wichtigste internationale Zertifikat für Arabisch als Fremdsprache ist das CIMA des Institut du monde arabe in Paris. Es prüft Modernes Hocharabisch auf den Stufen A1 bis C2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Daneben bietet telc eine Arabischprüfung auf Stufe B1 an.

Kann man das CIMA-Zertifikat für Arabisch online ablegen?

Das CIMA-Zertifikat für Arabisch legen Sie in einem der fast 100 anerkannten Prüfungszentren vor Ort ab. Online gibt es Vorbereitungskurse und Übungsmaterial. Termine und Gebühren nennt das jeweilige Zentrum.

Was kostet ein Online-Arabischkurs mit Lehrkraft?

Ein Online-Arabischkurs mit Lehrkraft kostet im Einzelunterricht etwa 10 bis 40 Euro pro Stunde, Stand 2026. Gruppenkurse liegen bei etwa 8 bis 20 Euro pro Stunde. Intensivkurse zur Prüfungsvorbereitung kosten meist einige Hundert Euro.

Hilft Koranarabisch beim Verstehen von heutigem Arabisch?

Koranarabisch hilft beim Verstehen von Modernem Hocharabisch, weil beide Formen dieselbe Schrift und weitgehend dieselbe Grammatik nutzen. Wortschatz und Stil des Korans unterscheiden sich aber vom heutigen Sprachgebrauch. Für Gespräche im Alltag brauchen Sie zusätzlich einen Dialekt.