7 Situationen der Business-Kommunikation
Business-Kommunikation ist die Sprache, mit der Sie im Beruf Aufgaben erledigen. Ein Kurs in Business-Kommunikation übt sieben Situationen, die in fast jedem Büroberuf vorkommen.
| Situation | Beispiel aus dem Arbeitsalltag |
|---|---|
| E-Mail und Chat | eine Lieferverzögerung erklären |
| Telefon und Videokonferenz | einen Termin mit einem Kunden verschieben |
| Meeting | einen Vorschlag einbringen und begründen |
| Präsentation | Quartalszahlen vorstellen und Fragen beantworten |
| Verhandlung | über Preis, Menge und Liefertermin sprechen |
| Smalltalk | auf einer Messe ins Gespräch kommen |
| Bericht und Protokoll | Ergebnisse eines Projekts zusammenfassen |
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) ist die europäische Skala für Sprachkenntnisse mit sechs Stufen von A1 bis C2. Seit 2020 beschreibt er auch die Sprachmittlung. Sprachmittlung heißt, dass Sie Inhalte für andere aufbereiten, etwa wenn Sie einem Team die Ergebnisse eines englischen Kundengesprächs auf Deutsch zusammenfassen. Im Berufsalltag ist das eine der häufigsten Aufgaben, und gute Business-Kurse üben sie gezielt.
Auch die Stilebene spielt eine Rolle. Die Stilebene, auch Register genannt, ist der Grad an Förmlichkeit, den Sie wählen. Eine Mail an die Geschäftsführung eines Kunden klingt anders als eine Chatnachricht an eine Kollegin.
Business-Kommunikation trainiert Handlungen, nicht Vokabellisten. Sie lernen, eine Aufgabe in der Fremdsprache zu erledigen, etwa einen Termin zu verschieben, ohne den Kunden zu verärgern.
Geschäftliche E-Mails im passenden Ton schreiben
E-Mails sind für viele Berufstätige der häufigste Kontakt mit der Fremdsprache. Ein Kurs übt den Aufbau einer Geschäftsmail und vor allem ihren Ton. Wer Formulierungen aus dem Deutschen wörtlich überträgt, klingt in vielen Sprachen zu direkt, besonders im Englischen.
| Absicht | Wirkt im Englischen zu direkt | Üblich im Englischen |
|---|---|---|
| um etwas bitten | Send me the report. | Could you send me the report by Friday? |
| widersprechen | That is wrong. | I'm not sure that's quite right. |
| nachfassen | You did not answer. | Just following up on my email from Monday. |
| ablehnen | We cannot do that. | I'm afraid that won't be possible this time. |
Eine Geschäftsmail besteht in den meisten Sprachen aus Betreff, Anrede, Anliegen, einer Bitte oder dem nächsten Schritt und dem Gruß. Das Anliegen gehört in den ersten Satz, weil viele Empfänger nur den Anfang lesen.
Im Spanischen und in vielen Ländern Lateinamerikas beginnen Mails oft mit einem persönlichen Satz vor dem Anliegen. Im Französischen sind die Grußformeln förmlicher und länger als im Deutschen. Ein Kurs für Ihre Zielsprache übt genau diese Konventionen.
Bringen Sie drei eigene Mails aus Ihrem Postfach in den Unterricht, ohne vertrauliche Daten. Die Lehrkraft zeigt Ihnen an Ihren eigenen Texten, welche Sätze zu direkt oder zu umständlich wirken.
Meetings und Videokonferenzen in der Fremdsprache
In Meetings zählt Tempo. Sie müssen zuhören, verstehen und im richtigen Moment etwas sagen, oft mit Menschen aus mehreren Ländern. Ein Kurs übt dafür Redemittel. Redemittel sind feste Wendungen, die Sie als Ganzes abrufen, ohne den Satz neu bauen zu müssen.
6 Redemittel-Gruppen für Meetings
- Eine Meinung äußern und begründen
- Höflich unterbrechen und das Wort ergreifen
- Nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben
- Zustimmen, teilweise zustimmen und widersprechen
- Ergebnisse zusammenfassen und nächste Schritte festhalten
- Ein Meeting eröffnen, moderieren und beenden
Telefonate sind für viele Lernende die schwierigste Situation, weil Mimik und Gestik fehlen. Ein Kurs übt deshalb gezielt das Buchstabieren von Namen, das Nennen von Zahlen und die Bitte, etwas zu wiederholen. Videokonferenzen machen das Sprechen ebenfalls schwerer. Die Tonverzögerung führt dazu, dass zwei Menschen gleichzeitig anfangen, und Körpersprache fällt weitgehend weg. Der Europarat beschreibt diese Form der Kommunikation seit 2020 im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER), der europäischen Skala für Sprachkenntnisse, als Online-Interaktion. Ein Online-Kurs übt sie gleich mit, weil der Unterricht selbst eine Videokonferenz ist.
Nachfragen ist in internationalen Meetings normal. Sätze wie 'Sorry, could you repeat the last point?' zeigen Aufmerksamkeit und verhindern teure Missverständnisse.
Präsentationen in der Fremdsprache in 4 Schritten
1 Aufbau mit Wegweiser-Sätzen
Wegweiser-Sätze kündigen an, was als Nächstes kommt, etwa 'Ich spreche zuerst über die Ergebnisse und dann über die nächsten Schritte'. Im Englischen heißen sie signposting. Sie helfen Zuhörern, die nicht in ihrer Muttersprache zuhören.
2 Zahlen und Grafiken beschreiben
Zahlen, Prozente, Trends und Vergleiche brauchen eigene Wendungen. Achten Sie auf Schreibweisen: Im Englischen trennt ein Komma die Tausender und ein Punkt die Dezimalstellen, im Deutschen ist es umgekehrt.
3 Aussprache der Schlüsselwörter
Üben Sie die zehn wichtigsten Fachbegriffe Ihrer Präsentation laut, bis die Betonung sitzt. Ein falsch betontes Schlüsselwort lenkt Zuhörer stärker ab als ein Grammatikfehler.
4 Fragen beantworten
Der schwierigste Teil ist die Fragerunde, weil Sie spontan reagieren müssen. Ein Kurs übt Wendungen, mit denen Sie Zeit gewinnen, eine Frage zurückstellen oder zugeben, dass Sie eine Antwort nachreichen.
Nehmen Sie eine Probe Ihrer Präsentation per Video auf und besprechen Sie die Aufnahme mit der Lehrkraft. Sie sehen dabei, wo Sie zu schnell sprechen oder an Wörtern hängen bleiben.
Verhandeln mit höflichen und klaren Formulierungen
Verhandeln in einer Fremdsprache verlangt meist die Stufe B2 bis C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER), der europäischen Skala von A1 bis C2. Auf diesen Stufen können Sie Positionen begründen, auf Einwände reagieren und Nuancen ausdrücken.
In Verhandlungen auf Englisch spielt die Abschwächung eine große Rolle. Abschwächung bedeutet, eine Aussage weicher zu formulieren, damit sie nicht als Angriff wirkt. Wer zu direkt formuliert, verliert leicht Wohlwollen. Wer zu vage formuliert, wird nicht ernst genommen.
| Verhandlungsschritt | Beispiel auf Englisch |
|---|---|
| Bedingtes Angebot machen | If you could commit to two years, we could lower the price. |
| Abschwächend ablehnen | I'm afraid that's a bit higher than we expected. |
| Nach Spielraum fragen | Is there any flexibility on the delivery date? |
| Zusammenfassen | So, just to confirm, we've agreed on three points. |
Ein Kurs übt Verhandlungen als Rollenspiel, idealerweise mit Fällen aus Ihrem Arbeitsalltag. Die Lehrkraft übernimmt die Gegenseite und steigert den Schwierigkeitsgrad mit jeder Runde.
Direkte und indirekte Kommunikation im Ausland
Sprache und Kultur lassen sich in der Business-Kommunikation nicht trennen. Kulturen unterscheiden sich darin, wie direkt sie Kritik äußern, wie viel Smalltalk vor dem Geschäft üblich ist und wie stark Hierarchien das Gespräch prägen. Innerhalb eines Landes sind die Unterschiede zwischen Branchen und Personen oft groß. Die vier Beispiele beschreiben deshalb Tendenzen und keine Regeln.
- Englischsprachiges Geschäftsleben: Kritik wird oft in Lob eingebettet und abgeschwächt. Ein Satz wie 'That's an interesting idea' kann Zweifel bedeuten.
- Deutschsprachiges Geschäftsleben: Kritik ist häufig direkter und sachlicher. Gesprächspartner aus anderen Kulturen empfinden das manchmal als unhöflich.
- Spanischsprachiges Geschäftsleben: Persönliche Beziehungen und ein Gespräch vor dem eigentlichen Thema haben oft mehr Gewicht.
- Japanisches Geschäftsleben: Ein direktes Nein ist selten, und Ablehnung zeigt sich eher in Zögern oder Ausweichen.
Ein guter Business-Kurs erklärt solche Unterschiede an Beispielen und übt, Signale richtig zu deuten. Fragen Sie im Zweifel nach, statt zu raten.
In vielen Unternehmen arbeiten Menschen aus mehreren Ländern in einer gemeinsamen Arbeitssprache, meist Englisch. Dort zählt Verständlichkeit mehr als idiomatisches Englisch, und einfache, klare Sätze helfen allen Beteiligten.
Aufbau eines Business-Kurses mit Bedarfsanalyse
Ein Kurs in Business-Kommunikation beginnt mit einer Bedarfsanalyse. Die Bedarfsanalyse ist ein Gespräch oder Fragebogen, in dem die Lehrkraft Ihre Aufgaben, Gesprächspartner und Schwierigkeiten erfasst. Daraus entsteht ein Kursplan mit Zielen, etwa dem Ziel, in drei Monaten ein Kundenmeeting auf Englisch zu leiten.
Ein typischer Ablauf über mehrere Wochen
- Einstufungstest und Bedarfsanalyse in der ersten Stunde
- Zielvereinbarung mit Stufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) und Termin
- Unterrichtsblöcke zu je einer Situation, etwa E-Mail, Meeting oder Präsentation
- Simulationen mit Ihren eigenen Unterlagen
- Abschlusstest und Gespräch über die nächsten Ziele
Viele Business-Kurse arbeiten mit Material aus Ihrem Unternehmen. Klären Sie vorher, ob Sie interne Dokumente im Unterricht zeigen dürfen. Manche Anbieter unterschreiben dafür eine Vertraulichkeitsvereinbarung, also einen Vertrag, der die Lehrkraft zum Stillschweigen verpflichtet.
- ✓Ein Kurs mit eigenem Material übt genau die Sprache, die Sie im Job brauchen.
- ✓Fortschritte zeigen sich sofort in Ihrer täglichen Arbeit.
- ✗Die Vorbereitung kostet Sie Zeit, weil Sie Unterlagen auswählen und anonymisieren.
- ✗Ohne Lehrbuch fehlt manchmal die systematische Grammatik, die auf B1 noch Lücken hat.
Lernerfolg messen mit Test und Rollenspiel
Arbeitgeber und Lernende wollen sehen, was ein Business-Kurs gebracht hat. Zwei Methoden ergänzen sich dafür.
Standardisierte Tests vor und nach dem Kurs
Für Englisch eignet sich Linguaskill Business von Cambridge English, ein Online-Test ohne festen Prüfungstermin, der Ihre Stufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für jede Fertigkeit angibt. Der TOEIC des US-Testanbieters ETS misst Hören und Lesen auf einer Skala von 10 bis 990 Punkten. Die Prüfung telc English B1-B2 Business bescheinigt die Stufe B1 oder B2.
Rollenspiele und Aufnahmen
Ein Test misst Sprachkenntnisse, aber nicht, ob Sie ein konkretes Meeting meistern. Eine aufgezeichnete Simulation am Anfang und am Ende des Kurses zeigt Ihren Fortschritt in genau den Situationen, die Sie im Job erleben.
Die Cambridge Business Certificates, früher BEC, gibt es außerhalb Chinas nicht mehr. Bereits erworbene Zertifikate behalten ihre Gültigkeit.
7 Prüfpunkte für einen Kurs in Business-Kommunikation
- Beginnt der Kurs mit einer Bedarfsanalyse, also einer Erhebung Ihrer beruflichen Aufgaben, und mit einem Einstufungstest?
- Hat die Lehrkraft selbst in Unternehmen gearbeitet oder Erfahrung mit Business-Kommunikation?
- Übt der Kurs alle Situationen, die in Ihrem Job vorkommen, von der E-Mail bis zur Verhandlung?
- Können Sie eigene Texte und Präsentationen mitbringen, und ist Vertraulichkeit geregelt?
- Gibt es Rollenspiele und Simulationen statt nur Lückentexte?
- Erklärt die Lehrkraft kulturelle Unterschiede im Ton, etwa bei Kritik und Ablehnung?
- Wird Ihr Fortschritt mit einem Test oder einer aufgezeichneten Simulation gemessen?
Wenn ein Anbieter auf die ersten beiden Fragen keine klare Antwort hat, ist der Kurs vermutlich ein allgemeiner Kurs mit Business-Etikett.
5 typische Fehler deutschsprachiger Lernender im Business-Englisch
1 Falsche Freunde verwenden
Falsche Freunde sind Wörter, die im Deutschen und Englischen ähnlich klingen und etwas anderes bedeuten. Eventually heißt schließlich und nicht eventuell, und to become heißt werden und nicht bekommen.
2 Zu direkt formulieren
Ein deutsch gedachter Satz wie 'I want the offer until Friday' klingt im Englischen fordernd. Höflicher ist 'Could you send the offer by Friday?'.
3 Zahlen und Daten falsch schreiben
Im Englischen steht 1,500.50 für das deutsche 1.500,50. Amerikanische Daten stehen zudem in der Reihenfolge Monat, Tag, Jahr.
4 Zu lange Sätze bauen
Lange Schachtelsätze sind im Deutschen üblich, im Englischen erschweren sie das Verständnis. Kurze Sätze mit einer Aussage wirken klarer.
5 Die Anrede falsch einschätzen
In englischsprachigen Unternehmen sprechen sich Kollegen oft schon nach der ersten Mail mit Vornamen an. Das bedeutet keine Vertraulichkeit, sondern ist der übliche Ton.
Häufige Fragen über Business-Kommunikation
Welche Situationen übt ein Kurs in Business-Kommunikation?
Ein Kurs in Business-Kommunikation übt sieben Situationen, und zwar E-Mails, Telefonate, Videokonferenzen, Meetings, Präsentationen, Verhandlungen und Smalltalk sowie Berichte und Protokolle. Ein guter Kurs wählt nach einer Bedarfsanalyse die Situationen aus, die in Ihrem Job vorkommen. Dazu kommt die Sprachmittlung, also das Zusammenfassen von Inhalten für Kolleginnen und Kollegen.
Welche Sprachstufe braucht man für Verhandlungen in einer Fremdsprache?
Für Verhandlungen in einer Fremdsprache brauchen Sie meist die Stufe B2 bis C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Auf diesen Stufen können Sie Positionen begründen, auf Einwände reagieren und Aussagen gezielt abschwächen. Für Meetings und Präsentationen reicht oft B2.
Wie schreibt man eine höfliche geschäftliche E-Mail auf Englisch?
Eine höfliche geschäftliche E-Mail auf Englisch formuliert Bitten als Fragen, etwa 'Could you send me the report by Friday?'. Das Anliegen steht im ersten Satz, und Ablehnungen werden abgeschwächt, etwa mit 'I'm afraid that won't be possible'. Wörtliche Übersetzungen aus dem Deutschen klingen im Englischen oft zu direkt.
Was sind falsche Freunde im Business-Englisch?
Falsche Freunde im Business-Englisch sind Wörter, die einem deutschen Wort ähneln und etwas anderes bedeuten. Eventually bedeutet schließlich und nicht eventuell, und to become bedeutet werden und nicht bekommen. Ein Kurs in Business-Kommunikation sammelt solche Wörter gezielt für die Ausgangssprache der Lernenden.
Wie bereitet man eine Präsentation in einer Fremdsprache vor?
Eine Präsentation in einer Fremdsprache bereiten Sie in vier Schritten vor. Sie gliedern sie mit ankündigenden Sätzen, üben die Beschreibung von Zahlen und Grafiken, trainieren die Aussprache der Schlüsselwörter und proben die Fragerunde. Eine Videoaufnahme der Probe zeigt, wo Sie zu schnell sprechen. Die Lehrkraft gibt Ihnen anhand der Aufnahme gezielte Rückmeldung.
Darf man interne Firmendokumente in einem Online-Business-Sprachkurs verwenden?
Interne Firmendokumente dürfen Sie in einem Online-Business-Sprachkurs nur verwenden, wenn Ihr Arbeitgeber das erlaubt. Entfernen Sie vertrauliche Daten wie Namen, Preise und Kundendaten vor dem Unterricht. Manche Anbieter unterschreiben eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die die Lehrkraft zum Stillschweigen verpflichtet.
Wie misst man den Erfolg eines Kurses in Business-Kommunikation?
Den Erfolg eines Kurses in Business-Kommunikation messen Sie mit einem Test vor und nach dem Kurs und mit aufgezeichneten Rollenspielen. Für Englisch eignen sich Linguaskill Business von Cambridge English, der TOEIC von ETS oder telc English B1-B2 Business. Die Rollenspiele zeigen, ob Sie typische Situationen aus Ihrem Job besser bewältigen.
Quellen
Die Angaben stützen sich auf diese Stellen. Prüfen Sie Gebühren und Termine vor der Anmeldung direkt beim Anbieter.





